Weiterbildungspass mit Zertifizierung informellen Lernens

Koordination koordinirendes Land: Saarland ( Herr Kräuter)
Begleitgruppe: BMBF,BR,HH,HE,NRW, Experten
teilnehmende Länder Bayern, Berlin, Brandenburg, Bremen, Hamburg, Hessen, Nordrhein-Westfalen, Mecklenburg-Vorpommern, Saarland und Schleswig-Holstein
Projekt- nehmer Konsortium: DIPF (Neß); DIE (Meisel); IES (Gnahs)
Laufzeit Machbarkeit: 1.04.02-31.10.02
geplante Erprobung und Einführung: 4 Jahre

Beschreibung:

Unter wechselnden Namen wie Bildungspass, Berufsbildungspass, Kompetenzausweis, Qualifikationsbuch oder Portfolio wurden international zahlreiche Konzepte für individuelle Qualifikationsdokumente entwickelt oder weiterentwickelt. Insbesondere seit den 90er Jahren entstanden auch in der Bundesrepublik ähnliche Initiativen. Die meisten nehmen auf eine bestimmte Zielgruppe oder ein Segment des Bildungsbereichs, insbesondere den beruflichen Teil, Bezug. Vereinzelte bildungsbereichsübergreifende Ansätze wurden nicht zu Ende geführt. Keiner der Pässe gelangte zu einer wirklich breiten Anwendung.

Infolge dessen ist es erklärbar, warum von bundesweiten Koordinierungsgremien wie der Konzertierte Aktion Weiterbildung (KAW) Mitte der 90er Jahre und aktuell der Arbeitsgruppe "Aus- und Weiterbildung" im Bündnis für Arbeit, Ausbildung und Wettbewerbsfähigkeit sowie dem Forum Bildung , aber auch im Deutschen Bundestag die Einführung eines Weiterbildungspasses gefordert bzw. empfohlen wird.

Im Rahmen des Modellprogramms "Lebenslanges Lernen" der Bund-Länder-Kommission für Bildungsplanung und Forschungsförderung (BLK) fördert daher das Bundesministerium für Bildung und Forschung, kofinanziert mit ESF-Mitteln, einen Forschungsauftrag "Weiterbildungspass mit Zertifizierung informellen Lernens" im Rahmen eines Verbundprojekts, an dem sich die Länder Bayern, Berlin, Brandenburg, Bremen, Hamburg, Hessen, Nordrhein-Westfalen, Mecklenburg-Vorpommern, Saarland und Schleswig-Holstein beteiligen. Die Federführung hat das Saarland.

Der Auftrag ist als ergebnisoffene Machbarkeitsstudie angelegt, in der neben den deutschen Weiterbildungspassinitiativen, von denen bislang rund 20 bekannt sind, ähnliche Projekte in den Ländern Finnland, Großbritannien, Frankreich, Schweiz und den Niederlanden sowie die EU-Pässe und -Portfolios auf ihre Zielrichtung, Wirksamkeit und Anschlussfähigkeit hin erforscht werden. Ergänzend wird ein Rechtsgutachten vergeben, in dem die Anschlussmöglichkeiten im europäischen Kontext und die Passung zu Abschlüssen anderer Staaten rechtlich untersucht werden.
Aus den Forschungsergebnissen sollen letztlich Vorschläge zu einem Rahmenkonzept für einen bildungsbereichsübergreifenden, breit einsetzbaren Pass entwickelt werden. Dieser soll nicht nur ein Dokumentations- und Strukturierungsinstrument sein, sondern auch zur Motivation für das lebenslange Lernen beitragen, den Zugang zu weiterführender Bildung und letztlich die Beschäftigungsfähigkeit fördern. Voraussetzung dafür ist, dass in dem Pass neben dem formellen auch nicht-formales und informelles Lernen berücksichtigt werden. Daher ist die Zertifizierbarkeit informellen Lernens ein besonderer Untersuchungsgegenstand.

Mit der Studie wurde nach einer EU-weiten Ausschreibung ab April 2002 ein Konsortium unter der Federführung des Deutschen Instituts für internationale pädagogische Forschung, Frankfurt (DIPF) beauftragt, an dem das Deutsche Institut für Erwachsenenbildung, Frankfurt/Bonn (DIE) und das Institut für Entwicklungsplanung und Strukturforschung (IES) an der Universität Hannover beteiligt sind. Die Dauer des Auftrags beträgt ein Jahr. Mitte Januar 2003 wird ein internationaler Fachkongress zur Präsentation und Diskussion der Ergebnisse sowie zum Einbezug weiterer Passinitiativen anderer Staaten durchgeführt.
Koordiniert wird das Projekt über eine Begleitgruppe, an der das BMBF, Vertreter der Länder, das Konsortium sowie Experten aus Praxis und Wissenschaft beteiligt sind.

Falls die Vorschläge für ein Rahmenkonzept "Weiterbildungspass" Bund und Länder überzeugen, kann das Projekt in eine vierjährige Erprobungs- und Einführungsphase münden. Dabei wird davon ausgegangen, dass ein Hauptaugenmerk auch einem wirksamen Vertriebsnetz und Marketing gewidmet werden muss.

Kontakt:
Federführung: Ministerium für Bildung, Kultur und Wissenschaft
Willi Kräuter
Hohenzollernstraße 60, 66117 Saarbrücken Tel. (0681) 501-7214, Fax. (0681) 501-7548 Email: w.kraeuter@bildung.saarland.de
Leitung des beauftragten Konsortiums: Deutsches Institut für internationale pädagogische Forschung (DIPF)
Dr. Harry Neß
Schlossstraße 29, 60486 Frankfurt Tel.: (069) 24708-231, Fax. (069) 24708-444 Email: ness@dipf.de

[zurück]